Elke Kaiser, Kleidung

Mein Name ist Elke Kaiser und ich bin 54 Jahre alt. Ich arbeite seit 23 Jahren als Arzthelferin in einer gynäkologischen Praxis. Durch diese Tätigkeit habe ich auch  immer wieder mit traurigen Ereignissen zu tun.
In den vielen Jahren musste ich leider schon einige Male erleben, dass eine Schwangerschaft nicht glücklich ausging. Es geht mir jedes Mal sehr nahe, wenn die betroffene Patientin aus dem Sprechzimmer kommt und
weint. Was soll man sagen, wie kann man trösten. Manchmal kann man die Betroffene nur still in den Arm nehmen, weil die Worte fehlen. Mir waren die Sternenkinder durch sehr liebevoll gestaltete Erinnerungsseiten im Internet bekannt und ich habe sie mir eigentlich auch immer mal gerne angeschaut, weil ich es sehr würdig finde. Außerdem hilft es vielleicht auch anderen in ihrem Leid und ihrer Trauer.

Ich hätte aber nie gedacht, dass auch mir eines Tages so ein Schicksal in der Familie widerfährt. Meine Tochter hat ihren 1. Sohn, unser 1. Enkelkind, in der 22. Schwangerschaftswoche still geboren! Es war das
Schlimmste, was ich in meinem Leben bisher miterleben musste. Zu sehen, wie meine Tochter und ihr Lebensgefährte leiden mussten, tat mir in der Seele weh und zerbrach mir das Herz. Wie sehr hatten wir uns alle mit ihnen auf das Baby gefreut.

Als mein Enkelkind auf der Welt war, erlebte ich einen sehr würdigen Umgang von Seiten des Personals im Krankenhaus mit ihm. Es blieb für alle Zeit zum Abschied nehmen, obwohl diese eigentlich letztendlich
doch viel zu kurz war. Aber ein Problem gab es. Was zieht man dem Kleinen an?  Nachdem eine Schwester 2 „Häkelkleidchen“ in gelb und lila brachte, die dazu noch viel zu groß waren, fand sich letztendlich
ein weißes kleines Hemdchen und ein genähtes Schmetterlingstuch mit weißer Schleife zum Zubinden und einem orangen kleinen Schmetterling darauf.

Durch dieses sehr sehr traurige Ereignis entstand nach Monaten in mir das Gefühl und der Gedanke, etwas Gutes weitergeben zu wollen. Außerdem hilfreiche Trauerarbeit für mich und ein „kleiner Lichtblick “ , eine „kleine Freude“ den Eltern weiterzugeben, die leider gleiches erleben müssen. So entstand die Idee, für die Sternenkinder kleine Sets zu nähen. Bestehend aus einem Tuch mit Schleife, 2 passend dazu genähte
kleine Herzen ( eins für die Eltern als Erinnerungsstück ), 1 kleines Mützchen und ein Sternenanhänger aus Tonpapier mit einem Herzen auf dem steht : „Engel mögen Dich begleiten“.

Ich konnte noch zwei sehr liebe Freundinnen dazugewinnen, die schon sehr viel geholfen haben und die mich auch weiterhin unterstützen. Außerdem entstanden sehr viele kleine Mützchen durch andere fleißige Helfer im
Hintergrund.

Seit Januar 2016 sind so schon über 100 liebevolle Sets entstanden, die inzwischen an 6 Krankenhäuser verteilt wurden. Ein weiterer Vorrat steht bereit, wenn Nachfragen der Kliniken kommen.

Ich möchte auch weiterhin helfen und so die Regenbogen Initiative unterstützen. Es ist sehr wichtig, solche Menschen zu haben, die betroffenen Eltern eine große Hilfe und Unterstützung sind. Vielen Dank auch auf diesem Wege an Frau Dostal und Frau Pache.

Elke Kaiser